Aus landsmännischen Kreisen
Mondebele, Brasilien,
den 19. Juni
Werte Dakota Rundschau!
Nach langem Schweigen möchte ich nun einen kleinen Bericht einsenden:
Am 9. Juni hatten wir einen deutschen Geistlichen in unserer Mitte, dessen Namen Emil Kircher ist, gebürtig aus Deutschland. Wir gingen alle zur Osterbeichte. Den nächsten Tag fuhr er wieder fort. Wir hörten nun wieder mal eine deutsche Predigt, daß wir uns geradezu als Wunder betrachten. Ich habe ihn vom Bahnhof abgeholt. Am 6., 7, und 8. September versprach er, wieder bei uns zu sein und bei uns hl. Messe zu lesen. Wir hatten ihn auch sehr gut aufgenommen, dafür er sich bedankte.
Unsere alte Großmutter, Frau des Thomas Herschaft, die das Kochen gut versteht, denn sie ist als gute Hochzeitsköchin bekannt, hatte das Essen hergerichtet. Der Priester hat hier unserem Herrn sein Haus und seine Mühle eingeweiht. Ich habe ein neues Kreuz vor unserer Kirche aufgestellt, das auch eingeweiht wurde. Wir sind hier 15 deutsche Familien.
Vor drei Tagen hatten wir einen guten Regen und arbeiten jetzt tüchtig an der Kaffeernte. Dem Jakob Weber sein Sohn, Johannes, liegt schon 4 Wochen krank, geht aber jetzt besser und scheint gesund zu werden. Der Wendelin Paul liegt immer noch stark krank im Bett.
Herrn J. Braun und allen Verwandten hüben und drüben, wie dem ganzen Leserkreis und Redakteur Brendel die besten Grüße.
Johannes Müller