Auszug aus „Das Nordlicht“ 29. April 1926 · 📰

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Bismarck, Nord Dakota
vom 29.4.1926

Bessarabien

Krasna

Krasna ist ganz verarmt: Es hat kein Geld mehr, kein Futter, keinen Samen fürs Frühjahr und bei vielen fehlt auch das tägliche Brot. Ein jeder spürt, daß etwas gemacht werden muß, damit unser Feld im Frühjahr nicht unbesät bleibt. Aber was?

An die Regierung wenden, damit sie uns Gerste und Hafer zur Saat schickt? Das wurde schon einige male getan, aber wir haben bis heute noch nichts bekommen. Was ist zu tun'?

Gemeinschaftlich Geld borgen? Ja das ist der richtige Weg, und so wurde es auch getan.

Es wurden zwei Männer gewählt. Adolf Furch und Anton Söhn, denen wurde die Vollmacht gegeben und ins Banat zu Herrn Prälat Blaskovici geschickt — er möge uns helfen. Und er hat uns geholfen. Wir bekamen 500.000 Lei von der Schwäbischen Zentralbank A. G. Den besten Dank dafür.

Jetzt leben unsere Bauern wieder etwas auf - ein jeder kauft sich jetzt den nötigen Samen und kann somit seinen Acker bestellen. Es wurde so eingerichtet, daß auch dem Kleinsten von den Kleinen geholfen werden konnte - ein jeder bekam etwas und wenn es auch nur 1.000 Lei waren.

„Er muß doch seine drei Hektar auch säen, er soll doch auch leben“, so hörte man von allen Seiten. Das war schön, daß man sich auch der Schwächeren und ganz Armen angenommen hat.

So müssen wir sein, wenn wir echte Christen sein wollen und auch edel.

Rit?