Auszug aus der „Dakota Rundschau“ 31. Juli 1931 · 📰

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Interessante Berichte aus der alten Heimat Rußland

Kraßna, Bessarabien,
den 6. Juli

Sehr geehrter Herr Redakt. Brendel!

Auf die Regen vom 22. und 25 Juni hat sich unser Getreide schön gemacht. Wenn der Sturmregen auf Stellen Schaden anrichtete, so brachte er auch zehnfachen Nutzen. Auf spät ausgesäte Saat können wir also gute Hoffnung haben.

Auf der Totenliste stehen: Marianna Ritz, geb. Kuhn, aus Saneck nahe Warschau in Polen, war 54 Jahre alt und kinderlos. Dies diene Leogatia Hitl und Rochus Paul in Leader, Sask., zur Nachricht, sie ist den 23. Juni gestorben.

Am 26. Juni starb Eva Weber, Frau des Martin, hinterließ ihren Mann, 4 verheiratete und 2 ledige Kinder, ist eine geborene Paul aus Ementhal und war 60 Jahre alt. Gott gebe ihnen die ewige Ruhe.

Rudolf Mueller von hier fuhr den 25. Juni nach Parapon zu seinen Kindern, die dort dienen, um von ihnen Geld zu holen. Auf dem Rückwege nach Hause hielt er in der Nacht an einem Brunnen an, um die Pferde zu tränken, wo ihn 7 Unbekannte überfielen und ihm 2900 Lei abnahmen, dazu noch seine Mütze. Dadurch hatten seine Kinder umsonst gearbeitet, und er mit seiner Familie müssen Not leiden.

Die Erntemaschinen stehen schon bereit, und diese Woche geht es schon in die Ernte, dazu das Wetter auch günstig ist.

Wiederum trug sich hier ein Fall zu, darüber es einem übel wird zu schreiben: Johannes Paul fuhr zu Sonnenuntergang vom Felde heim. Sein Nachbar Chrisostemus stand am Hoftor und wartete auf ihn, er schlug mit einem Knüppel auf ihn los, daß der Johannes besinnungslos in den Wagen fiel, blutig und schwarz hat er ihn geschlagen. Nichts Schlimmeres als Uneinigkeit unter den Nachbarn, daran nur die Advokaten ihren Nutzen haben.

Der Redaktion und allen Lesern hüben und drüben die besten Grüße.

Joseph Braun.