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Interessante Berichte aus der alten Heimat Rußland
Kraßna, Bessarabien,
den 25. Oktober 1929
Geehrter Herr Redakteur Brendel!
Gestern Mittag fing es an zu regnen, und regnet immer noch. Ein schöner durchweichender Landregen.
Gestern starb Dominik Paul, gegen 70 Jahre alt, und er wurde heute beerdigt. Der liebe Gott gebe ihm die ewige Ruhe.
Getraut wurde der Witwer Alexander Gansky mit der ledigen Apolonia Schlick, Tochter des verstorbenen Joseph Schlick. Als zweites Paar der Witwer Peter Bunikowsky mit der ledigen Apolonia Schlick, Tochter des im Krieg gefallenen Klemens Schlick. Recht viel Glück in dem Ehe stand.
Unsere Kanzleiremonte kommt teurer zu stehen, als man anfangs berechnete, nämlich 80.000 Lei. Dafür bekommt aber das Haus ein Ziegeldach, neue Fenster und neue Türen und ein Vorhäuschen davor gebaut, so daß es recht hübsch aussieht.
(Die folgende Fortsetzung der Beschreibung des Dorfes habe ich aus den einzelnen Fortsetzungen gesondert zusammengefasst / Wingenbach Auszug aus der „Dakota Rundschau“ 24. Mai 1929 - 30. Mai 1930)
Johannes Fleckenstein läßt seinen Schwager Valentin Leinz in Praelata, Sask., freundlichst grüßen. Zugesandtes Geld hat er erhalten, dafür er dankt aber ohne Brief. Die Adresse besser deutlich schreiben, oder die Briefe an mich richten. Der Johannes bittet auch, daß du ihm die Dakota Rundschau bestellen sollst.
Johannes Leinz frägt nach, wo sei Sohn Joseph Leinz ist. Er soll in Bismarck in einer Schule gewesen sein. Wenn er nicht Leser dieses Blattes ist, so möge man ihn auf diese Zeilen aufmerksam machen. Der alte Mann bittet auch seinen Sohn Josef daß er ihm die Dakota Rundschau bestelle, kein anderes Blatt, nur dies, denn es kommt regelmäßig hier in Kraßna an und gefällt am meisten.
Zum Schluß bitte ich alle Kraßnaer in Amerika und Kanada, die noch nicht Leser der Dakota Rundschau sein sollten, sich dieses Blatt zu bestellen, ich bringe alle Neuigkeiten aus dem Dorf brühwarm und wahrheitsgetreu.
Macht euren Freunden hier ein Geschenk darüber man sich hier sehr freuen und dankbar erzeigen wird. Ich bin bereit auf jede briefliche Anfrage direkt oder durch die Zeitung Aufklärung zu geben.
Grüße die Redaktion und den Leserkreis hüben und drüben.
Joseph M. Braun.