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Auszug aus der „Staats-Anzeiger“ 25. April 1912

Film 11463, Vol. 6, No. 39, Page 2

Emmenthal, Bessarabien Februar 5. 1912

Es sind zwar acht Tage verstrichen, seit ich meinen vorigen Bericht dem Staats-Anzeiger lieferte, aber da wir heute Sonntag haben und mir ein paar Stündchen freie Zeit vergönnt sind, will ich diese nicht unbenutzt verstreichen lassen.

Das Wetter ist heute in der Frühe wirklich prächtig und bringt einen so recht auf den Gedanken, daß wir das Frühjahr vor der Thüre haben. Gebe Gott, daß wir bald von der grimmigen Kälte erlöst werden. Zwar war diese nicht lange anhaltend aber wir hatten Tage an denen die Kälte so strenge, wie sie schon seit langen Jahren hier nicht belebten.

Neues zwar giebt es nichts Besonderes zu berichten. Zwar könnte ich vieles über die Bazarverhältnisse schreiben, aber darüber will ich lieber schweigen, denn es könnte schiefe Gesichter geben, wenn ich alles schildern wollte. Hätte ich, infolge meiner Uebersiedelung von hier nach Kraßna, nicht so viel zu thun und zu fahren, würde ich vielleicht doch etwas über Bazarverhältnisse schreiben, nun aber, um doch meinen Mitlesern etwas zu bringen, will ich etwas bringen über den Aberglauben, an welchen man sich namentlich in frühren Zeiten, mehr hielt als an die hl. Schrift. Durch Belehrung und Zurechtweisung schien dieser sich schon gänzlich verloren zu haben, aber, wie nachstehende Episode beweist, ist derselbe noch immer hier und dort eingewurzelt. Also:
Im Dorfe Eselohr, Kischnewer Kreis lebte ein junges Ehepaar. Chrizko und Marianna mit Namen. Chrizko lebte schon von Tage seiner Verheirathung an sehr sparsam; und diesen Characterzug gewöhnte sich auch seine Marianna an. Das Ziel der jungen Leute war, bald in Besitz einer netten Summe Geldes zu gelangen.

Chrizko war sehr vorsichtig in seiner Wirthschaft, damit keine Ausgaben gemacht wurden. Darum auch kaufte er sich nicht Stiefel oder Hosen, sondern verfertigte sich mit eigener Hand Pastoli und machte sich Hosen aus Schafleder, welche er jahrlang trug, denn sie waren schier unverwüstlich. Auf ähnliche Weise spart er auch in anderen Haus- und Wirthschaftssachen. Der Frau kaufte er eine Backofen, in welchem 10 Laib Brot auf einmal verfertigt werden könnten, damit die Frau nicht so oft zu backen brauchte und an Brennmaterial spare. Auf solche Art sparten sich die beiden Leutchen wirklich im Verlauf einiger Jahre ein Kapital und Wirtschaftswesen, sodaß man in der Dorfgemeinde bald anfing, Chrizko zu loben und zu ehren als reichen und sparsamen Mann. Obschon dieser an seinen Füßen noch immer die alten Postoli trug und auf seinem Körper die Pelzhosen, genoß er in der Gemeinde hohes Ansehen und man wählte ihn schließlich zum Dorfsältesten. Soweit also konnte Chrizko die Pelzhosen und Pastoli tragen, aber nun, als Dorfältester, blieb ihm nichts übrig, als in den sauern Apfel zu beißen und sich Stiefel zu kaufen, denn, wie es seine Amtspflicht, mußte er doch täglich auf dem Amte erscheinen. Sobald er aber nach Hause kam, flogen die Stiefel von den Füßen und er griff nach dem alten Pastoli, oder er versah seine Hofarbeiten barfuß. Vom Füßewaschen aber hatte Chrizko keine Idee und, wenn er wieder und wieder in's Amtshaus zu gehen hatte, so zog er die neugekauften Stiefel jedesmal kurzer Hand auf die Schmutzigen Füße und schlepte dadurch so viel Unrath in die Stiefel, daß er dieselben schließlich nicht mehr auf die Füße bringen konnte. Die Stiefel waren an und für sich noch fast neu, aber daß dieselben mit einem Male ihm nicht mehr auf die Füße wollten, war für Chrizko eine sehr bedenkliche Sache und so klagte er endlich an Marianna sein Leid. Diese aber wußte vor Schrecken nicht was sie sagen sollte, kam aber gleich auf den Gedanken, daß die Stiefel „verhext“ sein müßten. Sie versicherte nun im Amte sei, die wisse er ja selber, und es bleibe nichts anders übrig, als zum Herrn Pfarrer zu gehen, damit die Stiefel vom Banne der Hexe befreite würden. Welches Glück, daß Marianna auf diesen richtigen Gedanken kam. Also machte sich unser Chrizko auf den Weg zum Herren Pfarrer, und klagte diesem ihr Leid wegen der verhexten Stiefel. Der Herr Pfarrer besah sich dieselben, und entdeckte natürlich gleich, daß dieselben einige Pfund Unrath enthielten. Er erklärte Chrizko, daß es mit dem Stiefel schlecht stehe, daß er acht Tage lang beten und segnen müsse, sie vom Hexenbann zu befreien, und daß es 10 Rubel kosten würde. Chrizko gab seine Zustimmung und überließ die Stiefel dem Herrn Pfarrer, welche diese wiederum seinem Diener übergab mit der Weisung, sie zu reinigen und gut zu schmieren. Nach acht Tagen kam Chrizko wieder, zahlte die [10 Rubel], nahm seine Stiefel im Empfang, eilte zu seiner Marianna und zog in ihrer Gegenwart die Stiefel mit Leichtigkeit an, denn diese waren wieder so geräumig wie zuerst nach dem Einkauf. - Gut, meinte gleich darauf Marianna, jetzt weiß ich auch woran ich bin, denn gleich wie deine Stiefel verhext waren, ist nun auch mein Backofen verhext. Du weißt ja, ich konnte zuerst 10 Laib Brot in demselben backen, aber nun ist es soweit gekommen, daß ich nur noch drei Laib auf einmal in derselben backen kann. Die Leutchen berathschlagten kurze Zeit und dann mußte unser Chrizko auch den Backofen zum Herrn Pfarrer nehmen, damit auch dieser von Hexenbann befreit werde. Als Chrizko bei diesem mit dem Ofen anlangte, machte der Herr Pfarrer ein sehr ernstes Gesicht, und erklärte, daß es ein so schlimmer Fall, daß der Ofen 14 Tage im Bache zu weichen habe, und daß die Bannbefreiung in diesem Falle deshalb auch statt 10 Rubel, 15 Rubel kosten würde. Unser Chrizko ließ den Ofen beim Herrn Pfarrer. Dieser gab denselben seinem Diener mit dem Befehl, ihn mit einem Stein auf 14 Tagen im Bache versenken, und nach Auflösung der Teigkruste, welche sich faustdick im Rande des Ofen angesammelt hatte, denselben zu reinigen. Nach genau 14 Tagen erschien Chrizko wieder, zahlte die versprochenen 15 Rubel und nahm seinen Backofen im Empfang, der nun, gerade als beim Einkauf, wieder 10 Laib Brot faßte. Den Leutchen aber war geholfen. Soll es vielleicht noch mehr so abergläubische Leutchen geben wie Chrizko und Marianna? -

Am 6. Februar hatten wir Fastnacht und diese wurde, wie es bei uns Deutschen ja so Brauch, unter Fröhlichkeit, Essen und Trinken, bis 12 Uhr nachts auf den Aschermittwoch gefeiert. Jetzt stehen wir in der hl. Fastenzeit, bei Oel, Kraut und Brot.

Gruß an alle Leser und Leserin.

Romuald Dirk.


Film 11463, Vol. 6, No. 39, Page 2

Emmenthal, Bessarabien Februar 20. 1912

Guten Morgen, Vetter Michael.

Diese Worte, Herr Vetter, kommen aus meiner Feder und auch aus meiner Brust. Wo aber Ihr Gekritzel in Nr. 29 des Blattes herkommt, ist eine Frage. Es kann doch wohl nicht anders sein, als daß der Schreiber Ihres Aufsatzes so ziemlich ein solcher Mann ist wie Sie selbst, denn: gleich und gleich gesellt sich gern. Es ist wahr, wie Ihr Geselle in Nr. 29 schreibt: „Ein jeder Mensch hat seinen Preis,“ und jetzt kommt es wirklich so heraus, wie Sie an jenem Dezembertage bei Ihren Hause sagten, als Ihre Frau wegen meiner Korrespondenz im Staats-Anzeiger mit mir in Wortwechsel gerieth, nämlich: „Wem der Mantel paßt, der ziehe ihn an.“ Damals wollten Sie sich vor mir verschleiern, aber Sie ertrugen die Verschleierung nicht lange, weil eben der Mantel Ihnen paßte. Der Wortwechsel hatte damit ein Ende und Sie ruhten unter dem Schleier bis zum 15. Dezember. Obschon meine Korrespondenz in den Nummern 12, 13, 14 und 19 weder auf Sie noch auf irgend einen anderen Emmenthaler einen direkten Angriff brachten, wie auch die Redaktion in Nummer 29 ganz richtig Sie zurechtwies, denn ich berichtete nur über Zustände im allgemeinen, freut es mich doch, daß Sie den Schleier gelüftet haben und sich in Nr. 29 durch ihren Gesellen in wahrer Gestalt zeigen. Nun kann doch auch jeder Leser des Staats-Anzeiger sehen, daß der Mantel Ihnen paßt, aus welchen Sie nun durch direkte Verleumdung einer Person herauszukommen sich bemühen, welche weit über Ihnen steht. Reichthum allein macht den Mann nicht, wohl aber Bildung. Sie fragen durch die Feder Ihres Gesellen, was Herr Dirk von den Emmenthaler Land gekauft haben, der eine mehr, der ander weniger. Daran aber dachte ich in meiner Korrespondenz gar nicht, denn ich sprach nur von Zuständen und Verhältnisse im allgemeinen. Da Sie aber die Sache betrachten, als wären meine und ich will mich bemühen, die Wahrheit an's Licht zu bringen. Also, es ist wahr, daß die Emmenthaler vor drei Jahren das Land, welches sie 30 Jahre in Pacht hatten, kauften, und daß sie sich in den 30 Jahren so weit geholfen haben daß die Hälfte von ihnen ein jeder die halbe Dessjatin ankaufte, worauf er seine Pachthütte gebaut hatte, und Sie, Herr Groß, mit einigen Dessjatin Land dabei. Aber: in wie vielen Kredithausen wurde vorgesprochen, ehe es gelang, das nöthige Handgeld aufzustöbern? Fragen Sie auch einmal die übrigen Emmenthaler, warum Sie einige Dessjatin besitzen und jene nur eine halbe Dessjatin Hofplatz. Genug davon, denn die Leute hier wissen ja die Verhältnisse im Zusammenhange mit dieser Geschichte genau, doch will eben keiner der Katze die Schelle anhängen. Es giebt aber auch einige Familien in Amerika, welche aus Emmenthal stammen und diese werden gewiß sagen, daß ich die Wahrheit schrieb.

Weiter schreibt Ihr Geselle in ihren Namen, Sie wären begierig zu erfahren was ich besitze. Nun, meinen Reichthum habe ich längst schon im Staats-Anzeiger veröffentlicht - es war leider nicht viel. Daß ich kein Eigenthum habe wie ihr, ist meine eigene Schuld, weil ich eben nicht die Natur habe wie Sie, Vetter Michael, denn mich würden die Schulden nicht schlafen lassen, und auf krumme Wege etwas zu erwerben, läßt eben mein Gewissen nicht zu. Zum Lehrerdienst ausgebildet, bin ich an Schwindel nicht gewöhnt, sondern begnüge mich immer mit dem Wenigen rechtschaffen Erworbenem: Gerichte Hand geht durch's ganze Land. Ausserdem muß ich ihnen noch sagen, daß das Wenige das ich besitze mein Eigen ist: erstens habe ich zwei Söhne, welche nun schon drei Jahre Schmiedemeister sind; einer ist fertig zum Schumacher, und der letzte Sprößling, neun Jahre alt, wird auch nicht verloren gehen ohne Ihre gütige Hülfe. Zweitens besitze ich hinlängliche Kenntnisse, sodaß ich mich sammt Familie bis in's 53. Lebensjahr redlich ernährt habe. Was auch hilft es den Menschen, wenn er reich, aber ein Esel ist? Drittens habe ich noch immer genügend Kleinkapital, mit welchem ich immer so viel erwerbe, daß ich nicht schlecht zu leben brauche wie vielleicht der Vetter Michael und sein Geselle. Vom meinem 18. Lebensjahre an bis zum 41. diente ich als Lehrer und das beweist wohl, daß ich nicht vom Erbgut oder der Mitgift meines Vaters gelebt habe, sondern mir selbst den Lebensunterhalt mit Kopf und Hand verdient habe, und jederzeit bei jung und alt geehrt und beliebt bin, wie mein Kollege, Herr Anton Jochim in Amerika gerne bestätigen wird. Selbst in Kraßna wird noch heute darüber gesprochen, daß Diejenigen, welche zu Dirk in die Schule gingen, viel lernten und tüchtige Männer geworden sind. Ich, Vetter Michael, mache den Leuten keinen Wind vor wie Sie. Ich sage frei heraus, daß ich arm bin, aber ehrlich. Ich trage auch lieber einen zerrissenen Kittel auf dem Rücken als Schandflecken auf meinem Gewissen. - So nun wird Vetter Michael wohl wissen, was ich besitze. Weiter schreibt des Vetters Geselle: „Zeitverschwendung ist die größte ihrer Art, und Herr Dirk geht mit der Zeit nicht eben sparsam um.“ Darin gebe ich Ihnen ganz recht, denn ich habe dabei meine Aussichten. Aber Sie, Vetter Michael, passen Sie auf, daß Sie nicht wieder als Stiefelflicker auf den Schusterschemel kommen. Ein Armer kann nicht mehr als arm bleiben, aber bei einem Reichen mit geborgtem Gelde kann es leicht so kommen: Wie gewonnen, so zerronnen. Es ist wirklich schade um die Zeit, die ich wegen Ihres Gekritzels in Nr. 29 verlieren muß, da Sie aber, ohne allen Grund, mich direkt blamiren wollen, darf ich selbst die kostbare Zeit nicht achten und muß dem Leserkreis des Blattes zeigen, wer der Mann ist, der durch einen Federführer in Nummer 29 meine Ehre zu untergraben suchte.

Mit der Bemerkung, mein Vater habe mich zur Ausbildung an ein Seminar in Sarata abgeben, hat sich aber der Vetter die Nase so angestoßen, daß ihm sicher die Augen übergehen, denn ich kann Personen aufstellen, welche in diesem Blatte bestätigen können, daß dies reine Erfindung, ja Lüge ist und, wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er gleich die Wahrheit spricht. Ich habe, zum Beispiel, in Harvey in Nord-Dakota einen Schulkamaraden, Herrn Anton Jochim, und dieser mag bestätigen, daß Vetter Michael lügt und daß ich niemals unter dem Direktor eines Seminars stand, der mich aus der Schule verwiesen haben soll. Aus einer Centralschule und Kreisschule springen bekanntlich keine Priester, und in solchen haben ich und mein Kollege Jochim unsere Ausbildung genossen. Aber Sie, Vetter Michael, wo haben Sie Ihre Ausbildung genossen? Sie sollten sich immer erst die Nase rein putzen, ehe Sie sprechen. Als mein Vater in Kraßna starb, war ich Lehrer in Nikolaithal, Gouv. Cherson, und mein Vater hinterließ außer seinem Hause nur 150 Rubel, welches Geld meine Mutter zum Lebensunterhalt erhielt. Ich selbst erbte auch nicht eine Kopeke, lebe aber gut und vielleicht besser wie der Herr Vetter. Es ist wahr, meines Vaters Haus wurde mir vom Kreisgericht als Eigenthum zugesprochen, weil es aber auch Leute gab, die kein Anrecht auf dasselbe hatten, die aber doch die Finger danach ausstreckten, so hatte ich mich gerichtlich zwei Jahre lang zu wehren, ehe ich wirklich in den Besitz desselben gelangte. Das Kostete mich nicht wenig, und es lohnte sich fast nicht, sich darum gerichtliche Scherereien zu machen, aber mein Gerechtigkeitssinn ließ nicht zu, daß Leute meines Vaters Haus besitzen sollen, die kein Anrecht darauf hatten. Das ist die Hinterlassenschaft meines Vaters. Da aber auf dem Hause noch 90 Rubel Steuer ruhte, so verkaufte ich, um diese zu zahlen, dasselbe für 372 Rubel und nicht, wie der Vetter schreibt, für 450 Rubel mehr zum Lebensunterhalt, und so blieb mir als väterliches Erbtheil 232 Rubel - ein großes Vermögen, fast groß genug um für eine Person die Reise nach Amerika zu bezahlen.

Wiederum lügt Vetter Michael, wenn er Wolontirofka ein Zigeunerdorf nennt, denn es ist mehr ein großes Städtchen als ein Dorf zu nennen. Es befinden sich dort 5 große Theehäuser, 2 Speisehäuser, 6 Bierhallen, 1 Lazareth Arzt, Apotheka, Landvogt, gegen 50 Weinhandlungen, 2 Bäckereien, usw., und alle 14 Tage findet dort Markt statt, wie größer fast keiner im Süden zu finden ist. Dies kann jede Person bestätigen, welche Wolontirofka kennt. Und Sie, Armer, wollen das ein Zigeunerdorf nennen? Wie würde ich mich doch schämen, wenigstens vor Leuten, die Wolontirofka kennen, und die also in Nummer 29 Ihr albernes Geschreibsel gelesen haben. Aber, es ist schon so: Wer keine Scham, hat auch keine Ehre, sonst würden Sie nicht geschrieben haben, daß ich die Kirche in Kraßna besuchte, aber daß Niemand neben mir habe stehen wollen, weil ich voll Ungeziefers gewesen sei. Nun, in Kraßna kennen mich die Leute besser als Sie und sollte ich dort einmal die Kirche besuchen, so würde gewiß Niemand zaudern, neben mir auf der Bank Platz zu nehmen.

So Vetter Michael, nun wollen wir lieber der Sache ein Ende machen, denn an einem rußigen Kessel kann ich mich nicht rein waschen. Wenn Sie sich aber rechtfertigen wollen, steht Ihnen das frei. Einem jeden Leser dieses Blattes ist es bekannt, daß ich in meinen Korrespondenzen Niemanden persönlich angriff.

(Soweit der Staats-Anzeiger in Betracht kommt, gebieten wir: Schluß der Debatte. Wir haben nach reiflicher Ueberlegung Herrn Michael Groß's Korrespondenz aufgenommen. Wir haben gleich in derselben Nummer bemerkt, daß der Angriff ungerechtfertigt, der auf Herrn Dirk gemacht wurde. Wir wußten auch, daß Letzterer auf denselben reagiren würde, aber nun ist's genug. Ein jeder der Herren hat Gegentheil gehabt sich auszusprechen. Im Blatte können persönliche Nörgeleien auf die Dauer nicht zum Austrag gebracht werden. Wie gesagt: Feierabend. -Red. Staats-Anzeiger.)

Neues habe ich gerade jetzt weiter nicht zu berichten. Im Märzmonat ist immer viel zu thun, besonders diesmal bei mir, weil ich nach Kraßna übersiedele. Zum Schluß will ich nur bemerken, daß ich hoffe, daß Michael Groß's persönlicher Angriff auf mich in den Spalten des werthen Blattes Aufnahme fand, da meine Rechtfertigung nicht in den Papierkorb wandern möge.

Gruß allerseits von
Romuald Dirk.

dokumente/zeitungen/eureka/d-19120425-q2.txt · Zuletzt geändert: von Otto Riehl Publisher