Deutsch
Film 11463, Vol. 7, No. 05, Page 2
Emmenthal, Bessarabien, Rußland,
Juli 15. 1912
Lieber Staats-Anzeiger:
Bei meinem Schwager Joseph Reis las ich in Nummer 49 des Blattes meine vorige Korrespondenz, in welcher die Redaktion bemerkte, daß mein Name richtig geschrieben werden würde. Nun aber habe ich schon seit Nummer 39 kein Blatt mehr erhalten und ich weiß nicht was der Fehler sein kann. Sollte die Redaktion vielleicht die Adresse ganz geändert, und ein verkehrtes Postamt angegeben haben? Bitte, das Blatt wieder zu senden an Zachäus Kopp von Martin, denn ich habe viel Verlangen nach dem Blatte und habe doch auch Geld dafür gezahlt. (Ja, lieber Freund, das Blatt wurde nicht weiter gesandt, weil die Zeit abgelaufen war und das Blatt nicht weiter bezahlt wurde. Sie haben gewiß seit vergangenenem Februar kein Geld dafür gezahlt, wenigstens haben wir nichts empfangen. Wenn Sie dieses Jahr zahlten, bitten schreiben zu wollen. Die Zeit lief am 9. Februar 1912 ab, und deshalb bekamen Sie das Blatt nicht mehr. Nun aber, da Sie es ausdrücklich bestellen und es gerne haben wollen, soll es Ihnen wieder zugehen. -Red. Staats-Anzeiger.) Ich hätte noch mehr zu schreiben, will aber warten bis ich selbst das Blatt wieder erhalte.
Gruß an meine alte Mutter und Brüder in Canada und besonders an Bruder Joseph, der für mich das Blatt bezahlte. (Herr Joseph Kopp in Canada zahlte das Blatt am 8. Januar, 1912, ein Jahr für Melchior Weber in Kraßna, wie auch in Nr. 24, Jahrgang 6, des Blattes bestätigt wird. Es scheint, das hier ein Mißverständniß waltet. -Red. Staats-Anzeiger.) Ich habe am 10. Juli ihm einen Brief geschrieben und heute sende ich ihm eine Karte zu. Nun möchte ich wissen, ob er beides erhielt.
Gruß auch an den Staats-Anzeiger und an alle Leser desselben.
Zachäus Kopp, von Martin.